Die mexikanische Regierung hat das neue „Programa de Desarrollo CFE 2026–2030“ für den staatlichen Stromkonzern Comisión Federal de Electricidad (CFE) vorgelegt. Das Programm ersetzt den bisherigen Geschäftsplan und konkretisiert die Ausbau- und Investitionsstrategie des Unternehmens bis zum Ende der Amtszeit von Präsidentin Claudia Sheinbaum. Bei der Finanzierung setzt es auf gemischte Investitionsmodelle (staatliche und private Geldgeber), wobei aber die staatliche CFE bei den Projekten mindestens 54 Prozent halten soll.
Im Mittelpunkt steht ein deutlicher Ausbau der Stromerzeugung. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 sind 52 neue Erzeugungsprojekte mit einer zusätzlichen Kapazität von insgesamt 18,6 Gigawatt vorgesehen. Die dafür veranschlagten Investitionen belaufen sich auf rund 467,3 Milliarden Pesos (umgerechnet 23,6 Milliarden Euro). Hinzu kommen bereits laufende bzw. aus der vorherigen Regierungsperiode übernommene Projekte. Insgesamt soll die Erzeugungskapazität der CFE von rund 46,6 Gigawatt (GW) im Jahr 2025 auf 70,7 GW im Jahr 2030 steigen. Der Anteil der CFE an der Stromerzeugung im nationalen Stromsystem soll dadurch von 43 auf 62 Prozent wachsen (unter Einbeziehung der über den Infrastruktur-Fonds FONADIN gehaltenen Kraftwerke, die 2024 vom spanischen Iberdrola-Konzern übernommen wurden).
Die zentrale Rolle spielt bei dem jetzt vorgestellten Programm der Ausbau der erneuerbaren Energien. Von den zwischen 2026 und 2030 geplanten 18,6 GW neuer Kapazitäten sollen rund 15,2 GW auf erneuerbare bzw. als emissionsfrei eingestufte Technologien entfallen. Ihr Anteil an der Stromerzeugung der CFE soll damit von derzeit rund 21 Prozent auf 34 Prozent im Jahr 2030 steigen. Die CFE betont in dem Programm, dass es sich um die „größte Anstrengung der CFE in der Geschichte handelt, erneuerbare Energien zu integrieren“.
Parallel soll die bislang als Engpass geltende Netzinfrastruktur ausgebaut werden. Für die Stromübertragung sind Investitionen von rund 132 Milliarden Pesos vorgesehen (6,7 Milliarden Euro). Insgesamt sollen 7.545 Kilometer neue Übertragungsleitungen installiert werden. Weitere rund 51,8 Milliarden Pesos (2,6 Milliarden Euro) fließen in die Verteilnetze, unter anderem in 97 neue Umspannwerke und die Erweiterung von 95 bestehenden Anlagen.
Das Programm setzt auf gemischte Investitionsmodelle mit privaten Unternehmen, wobei die staatliche CFE mindestens 54 Prozent der Projekte halten soll. Daneben sind Kapitalmarktinstrumente, neue Schulden sowie die Nutzung der Fibra E vorgesehen.
Mit dem Programm verfolgt die Regierung zwei Ziele: Sie will die staatliche Kontrolle über den mexikanischen Stromsektor weiter stärken und zugleich privates Kapital mobilisieren, um den erheblichen Investitionsbedarf für zusätzliche Erzeugungskapazitäten, erneuerbare Energien und den Netzausbau zu decken. Das Vorhaben ist ein zentraler Bestandteil des ambitionierten Infrastrukturplans Plan México und soll sicherstellen, dass die Stromversorgung mit dem erwarteten Wachstum von Industrie und Wirtschaft Schritt halten kann.